Sonntag, 9. Dezember 2007

Toronto

Wow!
Was fuer eine Woche!
Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit hier vergeht. Ich hatte zwar jeden Tag vor, mal einen Eintrag zu schreiben, aber irgendwie kam ich dann doch nie dazu. Jetzt bin ich also schon wieder 9 Tage hier und werde die Stadt (und das Land) morgen frueh in Richtung New York verlassen. Aber zuvor werde ich mal noch etwas ueber Toronto erzaehlen.
Also... Hier durfte ich bei meinem Grosscousin Paul und seiner Frau Inma wohnen. Mit den beiden (und ihren Kindern im Alter von 4 Jahren bzw. 15 Monaten) kam ich auf Anhieb super klar.
An meinem ersten Tag hier in Toronto wurde meinetwegen die ganze Familie ins Auto gepackt und auf einen Ausflug in Richtung Kitchener/Waterloo verfrachtet. Die Doppelstadt Kitchener/Waterloo ist eine ehemaliger Siedlung deutscher Auswanderer und in der Gegend wohnen noch heute viel Mennoniten (http://de.wikipedia.org/wiki/Mennoniten), die (fast) ohne moderne Gegenstaende leben. Dort besuchten wir einen traditionellen Farmer's Market und besichtigten das (mehr oder weniger) historische Zentrum von Kitchener.

An diesem Tag beging ich auch das erste Mal den Fehler, Groessenverhaeltnisse in Canada zu unterschaetzen, als ich die grandiose Idee hatte einen "large Coffee" bei McDoof zu bestellen. Das Ergebnis ist hier zu bewundern:

"Ein halber Liter Kaffe to go, please..."

Naja. Aus Fehlern lernt man und ich weiss jetzt, das mir auch ein medium Coffee fuer den ganzen Tag reicht.
Welcome to North-America!

Am naechsten Morgen erwachte ich due to the wonderfull smell of Pancakes! Juppie! Sonntagmorgen, es duftet nach Canada und draussen liegt frischer Neuschnee... Moment mal... Schnee in Toronto? Was hatte meine Grosstante in Montreal nochmal ueber Toronto und Schnee gesagt? "Mach dir mal keine Sorgen, in Toronto haben die nie Schnee."
Wie "nie Schnee" sah das ganze fuer mich aber nicht aus! Ueber Nacht waren etwa 25cm Neuschnee gefallen und so ging es, gleich nach den super tollen Pancakes, in den Backyard, wo ich zusammen mit little Alex einen ganz passablen Schneemann baute (den er danach lieber wieder umrannte...).

Am Montag begann ich damit meinen urspruenglichen Plan umzusetzen, Toronto zu erkunden.
Im Laufe der Woche besichtigte ich so gut wie alle Sehenswuerdigkeiten, unterbrochen von Kaffeepausen bei (dreimal duerft ihr raten...richtig!) Tim Hortens (eigentlich sollte ich fuer die ganze Werbung Geld verlangen!).
Besonders schoen waren die Einkaufstouren im Eaton Centre oder bei The Bay (Shoppingmall und Nobelkaufhaus), die Spaziergaenge am Hafen, im Historic Destillery District (mit super toller "Mayan Hot Choclate"!!!) und in der Queenstreet West und Chinatown.

Doch das Highlight in Toronto war fuer mich natuerlich die Besichtigung des CN-Towers (im Moment das zweithoechste freistehende Gebaeude der Welt). Der einzige Ort, an dem man das Ding naemlich in der Stadt nicht sieht, sind die Besucherplattformen auf 342 bzw. 447 Metern Hoehe.
Ich muss schon sagen, dass es interessant (und irgendwie lustig) ist, in 342 Metern Hoehe auf einer Glasflaeche zu stehen und einen freien Blick senkrecht nach unten zu haben.

Von der oberen Plattform (Skypod) hat man einen unglaublichen Ausblick ueber die Stadt, die Umgebung und den Lake Ontario (man darf aber auch 9$ mehr bezahlen...).

Doch wie soll man ein solches Erlebnis noch toppen? Ganz einfach. Man setzt sich in den Zug, faehrt 120km nach Sueden und bestaunt ein unglaubliches Naturschauspiel...

Und so verbrachte ich den gesamten Donnerstag rund um die Niagara Falls. Einerseits sind die Faelle (und vor allem der kanadische Teil, auf dem Bild der rechte oder hintere Wasserfall) wirklich unglaublich beeindruckend, andererseits ist es auch unglaublich, wie gnadenlos die Faelle vermarktet werden. Rund um den Niagarariver hat sich ein kleines Las Vegas aufgebaut, mit Casino, Waterpark, Gruselkabinetten, Hotels und Motels und was-weiss-ich-nicht-allem... Dennoch genoss ich bei wunderbarem Wetter einen schoenen Tag und konnte als Bonus schon einmal in dem Zug, der mich nach New York bringen wird probesitzen.

Freitagabend beschloss ich, mich wieder einmal kulturell fortzubilden und besuchte das Royal Ontario Museum (ROM), das Freitagabends nur den halben Preis kostet, aber doppelt so viel bietet, in meinem Fall ein Gratiskonzert einer brasilianischen Sambaband.

Gestern wurde ich schliesslich mit grossem Aufwand hochoffiziell aus Toronto und Canada verabschiedet. Zunaechst waren wir mit der ganzen Familie bei "Swiss Chalet" essen (was daran swiss ist ist mir nicht so ganz klar geworden, besonders die Kakteendekoration hat mich irritiert, war aber trotzdem echt nett). Anschliessend ging ich noch nach Downtown Toronto, wo die Stadtoberen beschlossen hatten fuer mich ein Abschiedskonzert (mit Jully Black, siehe Video rechts) und einem Feuerwerk (siehe Bild) zu geben.

Tjaja... Das war schon toll.

Morgen frueh (genauer in etwa 10 Stunden) mache ich mich also schon wieder auf den Rueckweg nach New York. Im Moment kann ich noch gar nicht begreifen, wie schnell die Zeit hier vorrueber gegangen ist. In acht Tagen geht mein Flieger schon wieder und in 19 Tagen mache ich mich auf den Weg nach London... Wahnsinn!

Aber ich kann guten Gewissens sagen, dass sich meine Reise bisher wirklich gelohnt hat und ich mich ueberall unglaublich wohl gefuehlt habe.

Jetzt steht also eine weitere Woche City, that doesn´t sleep auf dem Programm und diesmal habe ich sogar Begleitung. Das wird garantiert auch nocheinmal ein Highlight.

Bis zum naechsten Eintrag,

Jonathan

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