Mittwoch, 19. März 2008

Alltag

Seit nunmehr beinahe sieben Wochen bin ich ein offizieller Staatssklave und muss sagen, dass sich die erste Aufregung langsam gelegt hat und Alltag ihren Platz eingenommen hat.
Denoch bleibt der Job hier wirklich abwechslungsreich und spannend.

Das letzte Wochenende war beispielsweise wirklich hart. Ich war an diesem Wochenende (wie auch über Ostern) der einzige Zivi im Wohnheim und hatte noch mit ein wenig mit meinem Freund, dem grippalen Infekt, zu kämpfen. Nachdem ich mich so durch die Woche geschleppt hatte, dachte ich am Freitagabend, dass ich einfach mal früher ins Bett gehen könnte, was leider aufrgund des blöden Fehlers, sich noch "kurz" in den Aufenthaltsraum zu setzen zunichte gemacht wurde... Und so versumpfte ich schließlich bis etwa drei Uhr morgens mit einer Kanadierin und einer Studentin aus Singapore. Als ich schließlich doch ins Bett kam dachte ich noch, wie gut, dass ich morgen ausschlafen kann... Daraus wurde leider nichts, da um 6.09 ein paar Idioten, die ihre Schlüssel vergessen hatten, mich aus meinem wohlverdienten Schlaf klopften . Um 9 Uhr durfte ich zu allem Glück auch noch ein paar Leute auschecken, so dass ich sowieso nicht mehr schlafen konnte. Samstagabend ging ich dann doch schon kurz vor zwölf ins Bett, um gegen viertel vor vier von denselben Idioten, die schon wieder ihre Schlüssel vergessen hatte geweckt zu werden... Um ehrlich zu sein war ich nach diesem Wochenende nicht sonderlich erholt.

Letzte Nacht kamen dann ein paar Volldeppen auf die Idee mit Bierflaschen im Aufenthaltsraum rumzuwerfen und das Ergebnis war neben vielen genervten Studenten und unglaublich viel Dreck auch eine kaputte Fensterscheibe. Leider weiß ich nicht, wer an dieser fabelhaften Aktion beteiligt war, aber sollte ich es jemals herausfinden... Gott gnade dieser Person!


Denn ich hatte heute morgen die unglaublich dankbare Aufgabe die Institutsleitung über diesen Vorfall zu unterrichten und mich gleichzeitig noch mit Lehrern herumzuschlagen, die fordern, den Stammtisch (unsere einzige Aktion, die wirklich gut läuft und ehrlich gesagt auch richtig Spass macht) abzuschaffen, weil Mittwochs die Hälfte der Studenten due to hangover mit ihrer Abwesenheit glänzt. Dass sich die meisten Studenten nicht beim Stammtisch betrinken, sondern auf "Privatparties" im Wohnheim interessiert hier leider niemanden. Und ich fühle mich auch um ehrlich zu sein nicht sonderlich verantwortlich für erwachsene Menschen, die eigentlich soweit sein sollten, zu wissen, was sie tun ;) 

Insgesamt muss ich aber klar sagen, dass Lian (mein Mitzivi) und ich zu einem immer besseren Team werden.
Gestern kamen wir auf die glorreiche Idee unser Büro im Institut auszumisten und vom Müll diverser Zivigenerationen zu befreien.


Wir hatte allerdings den Umfang dieser Aktion etwas unterschätzt, so dass wir schließlich um halb acht abends endlich fertig waren. Das Ergebnis kann sich aber wirklich sehen lassen.


Auf dem Schreibtisch, in den Schränken und auf dem Boden hat es endlich wieder viel Freiraum, nun müssen wir uns nur noch ein Konzept einfallen lassen, dass diesen Freiraum besser nutzt und zu einer besseren Raumeinteilung und besseren Komunikationswegen führt. Oder kurz, wir wollen den Schreibtisch umstellen.

Nächste Woche habe ich schließlich die mir staatlich verordnete Ehre, an einem Zivilehrgang teilnehmen zu dürfen, worauf ich um ehrlich zu sein nicht sonderlich scharf bin. Ich kann mir schönere Dinge vorstellen, als 4 Tage in badisch Sibirien festzusitzen und mich zu einem besseren Bürger machen zu lassen... Aber auch dies werde ich wohl überleben ;)
Und den Bericht hierzu werde ich selbstverständlich nachliefern.

Bis dahin!

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